24.06.2026König-Brauerei setzt auf nachhaltige Regenwassernutzung

Innovatives Projekt verringert den bereits heute sehr niedrigen Frischwasser- verbrauch in der Brauerei um weitere rund 8 Prozent / Von der Emschergenossenschaft unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk gefördertes Projekt zur Nutzung von Regenwasser entlastet das öffentliche Abwassernetz

Freuen sich über den Start zur nachhaltigen Regenwassernutzung in der König-Brauerei (v.l.): Dr. Matthias Baldus, Leiter Bierherstellung und Energie König-Brauerei, Prof. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft, und Guido Christiani, Geschäftsführer König-Brauerei

Duisburg / 24. Juni 2026. Die König-Brauerei hat mit der Umsetzung eines neuen Nachhaltigkeitsprojekts zur Regenwassernutzung begonnen. Dabei wird künftig auf dem Betriebsgelände Niederschlag gesammelt, mit Hilfe von Membranverfahren aufbereitet und anschließend für betriebliche Nebenprozesse wie beispielsweise Reinigung und Kühlung genutzt. Die Inbetriebnahme des von der Emschergenossenschaft mit der Zukunftsinitiative Klima.Werk geförderten Projekts ist für Ende 2026 geplant. „Mit dem Regenwasserprojekt gehen wir im Rahmen unserer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie den nächsten wichtigen Schritt in Richtung ressourcenschonender Produktion", sagt Guido Christiani, Geschäftsführer der König-Brauerei. „Die König-Brauerei investiert damit erneut nachhaltig und vorausschauend in die langfristige Zukunftsfähigkeit des Standortes.“

Sobald die Anlage fertiggestellt ist, sammelt die Brauerei Regenwasser in einem dreistufigen Speichersystem mit einem Gesamtvolumen von rund 3.400 Kubikmetern. Das Wasser durchläuft dabei mehrere Filter- und Aufbereitungsstufen, bevor es beispielsweise für Reinigungs- und Kühlprozesse genutzt wird. „Bereits heute gehört die König-Brauerei zu den Brauereien mit einem sehr niedrigen Wasserverbrauch pro Hektoliter Bier", betont Dr. Matthias Baldus, Leiter Bierherstellung und Energie in der König-Brauerei. „Während der Wasserverbrauch in vielen deutschen Brauereien laut dem Deutschen Brauer-Bund zwischen 3,5 und 4,5 Hektoliter pro Hektoliter Bier beträgt, liegt er in der König-Brauerei derzeit deutlich unter 3,0 Hektolitern. Durch die zusätzliche Nutzung von Regenwasser sinkt unser Frischwasserverbrauch bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen um weitere rund 8 Prozent künftig in Richtung von 2,5 Hektoliter."

Gleichzeitig wird das städtische Abwassernetz entlastet – insbesondere bei Starkregenereignissen. „Projekte wie dieses zur naturnahen Regenwasserbewirtschaftung haben Vorzeigecharakter und sind ein wichtiger Baustein beim klimarobusten Umbau unserer Städte und unserer Region“, sagt Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. „Deshalb fördern wir die Baumaßnahme mit rund 760.000 Euro. Wenn künftig das Regenwasser von rund 25.000 Quadratmetern Hallendächern auf dem Betriebsgelände nicht mehr in die Kanalisation und zu unserer Kläranlage fließt, um dort unnötig zusammen mit Abwasser gereinigt zu werden, dann ist das ein großer Beitrag zur Extremwetter-Vorsorge und zum Schwammstadt-Umbau“, erklärt Uli Paetzel. Denn in Folge des Klimawandels sind häufigere Extremwetter-Ereignisse wie zum Beispiel Starkregen zu erwarten. Das städtebauliche Prinzip der Schwammstadt setzt dem einen anderen Umgang mit Regenwasser entgegen: Wenn es lokal gespeichert und genutzt wird oder versickern kann, sorgt das für mehr Klimaresilienz.

Das Projekt der König Brauerei ist Teil der unternehmensweit angelegten Nachhaltigkeitsstrategie. In den vergangenen Jahren wurden bereits zahlreiche Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs umgesetzt. „Mit dem neuen Projekt schließt sich nun der Kreislauf: Niederschlagswasser wird in der König-Brauerei nicht mehr als Abwasser behandelt, sondern als wertvolle Ressource genutzt", betont Guido Christiani. Ökologisch vorteilhaft: Für das Projekt setzt die Brauerei ausschließlich bereits vorhandene, anderweitig nicht mehr genutzte Tanks und teilweise schon bestehende Leitungsinfrastruktur ein.

Bereits 2024 hatte die König-Brauerei ein weiteres innovatives Nachhaltigkeitsprojekt realisiert: Seitdem fließt industrielle Abwärme aus der Stahlproduktion von thyssenkrupp Steel in die Brauerei und liefert dort thermische Energie für die Brauprozesse. Alle wärmeintensiven Produktionsschritte sind dadurch emissionsfrei. Insgesamt hat die Brauerei ihre jährlichen CO₂-Emissionen durch dieses Projekt um bis zu 75 Prozent gesenkt.

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